Skip to content

Automatisierung: Herausforderungen und Möglichkeiten für Maschinenbauer

Für viele Maschinenbauer ist Automatisierung eine echte Herausforderung. Die meisten unter ihnen hatten lange Zeit den Fokus auf Hardware – dabei spielt die Software aber eine immer wichtigere Rolle. Und die Komponente Software, bei der es in der Automatisierung geht, ist hochkomplex: alle Module müssen ineinandergreifen und kompatibel sein, dazu zukunftssicher und skalierbar, heißt anpassbar an Wachstumspläne. Darüber hinaus stammen Lösungen bevorzugt aus einer Hand, ohne dass dies in der Beziehung zu eng wird – Stichwort Abhängigkeit. Am Markt gibt es viele Lösungen von unterschiedlichen Herstellern – wie den Überblick bewahren und wie entscheiden?

Im Interview sprechen wir mit Christian Gabriel, zuständig für den Bereich General Automation bei KEBA Industrial Automation GmbH, über die Pain Points der Maschinenbauer bzgl. Automatisierung, was es mit Kemro X als Plattform für Automatisierung auf sich hat und welche Unterschiede es zu anderen Lösungsanbietern gibt. KEBA redet Klartext.

Älterer Mann in Maschinenhalle mit Tablet vor Maschine

Was sind die aktuellen Herausforderungen der Maschinenbauer?

Gabriel: Maschinenbauer versuchen sich seit Jahren über die Hardware zu differenzieren. Das größte Potenzial liegt jetzt aber im Bereich der Software. Im Laufe der Zeit gewachsene Softwarestrukturen sind den jetzigen Anforderungen nicht gewachsen. Sie sind oft Monolithe, aufgesetzt auf einem alten Betriebssystem.

Wesentliche Herausforderungen im Maschinenbau sind daher aus meiner Sicht die Reduktion des System Engineering und der Aufbau modularer Strukturen. Sehr oft ist SPS mit an Bord – und da gilt es größer zu denken und vor- und nachgelagerte Prozesse mitzudenken.

Daher haben wir bei KEBA seit mehr als zehn Jahren die Linux Plattform im Einsatz: Strukturen und Möglichkeiten, die wir aus der IT bekommen bzw. kennen, passen wir so an, dass sie in der Industrie verwertbar sind. Man könnte sagen, dass wir die Tools aus der IT quasi veredeln.

Und welche sind die echten Pain Points der Maschinenbauer?

Gabriel: Da sehe ich einige. Zum Beispiel die Ressourcen. Viele Maschinenbauer verfügen über eine veraltete Systemarchitektur, an der seit Jahren nur ein Entwickler gearbeitet hat. Diese weiterzuentwickeln ist schwierig, da nur eine Person über das notwendige Wissen verfügt.

Heute stehen Modularisierung und Wiederverwendbarkeit im Vordergrund. Junge Techniker wollen keine 30 Jahre alten Codes warten und darauf aufsetzen. Sie wollen neue Technologien reinbringen und neue Tools wie beispielsweise frei verfügbare Bibliotheken nutzen. Hier hilft es, die Struktur modular aufzubauen, wodurch man die Ressourcen besser verteilen kann (Stichwort: Continuous Integration, Continuous Development).

Weitere Ressourcenengpässe haben Maschinenbauer beim Fachpersonal, das Maschinen gut bedienen kann. Die Bedienung der Anlagen muss so einfach wie möglich und für jeden erlernbar sein. Daher gehört der Fokus auf ein entsprechendes User Experience und UI Design gelegt.

Ein weiterer Pain Point ist die Time-to-Market: Produktlebenszyklen werden immer kürzer: Neue Features sollen laufend und nicht, wie bisher, nur alle sieben Jahre auf den Markt kommen.

Dazu wird der Anteil an System Engineering immer größer, der Wunsch der vollen Kompatibilität bleibt aber aufrecht. Auch hier ist eine flexible Systemarchitektur von enormer Wichtigkeit, da sie ein rasches Einspielen von neuen Features erlaubt, ohne dass die Produktivität gestört oder reduziert wird.

Mit der Linux Plattform und auf Basis der KEBA Entwicklungen im Bereich der Connectivity können wir alles „out-of-the-box“ liefern und so den Maschinenbauern dabei helfen, ihre Lösungen rasch auf den Markt zu bringen. Auch für Applikationen, die der Maschinenbauer selbst dazuprogrammiert hat und für die es keine Abstraktionsschichten gibt, wird es in Zukunft durch Standardisierung deutlich bessere Lösungen geben.

Christian Gabriel spricht dazu auch im Podcast '5-Minuten-Automatisierung'

Hier geht's zum Podcast

Wofür steht Kemro X?

Gabriel: Kemro X ist ein komplettes Automatisierungssystem – also ein Gesamtsystem für Hard- und Software. Alle mobilen und stationären Panels, unsere Antriebe und Hardwarevarianten und auch das Engineering Tool sind darin integriert. Aufgebaut ist das Ganze in Modulen, die wie Apps auf einem Smartphone genutzt werden können. Diese Module können von KEBA, aber auch Standardmodule aus der Linux Welt sowie kundenspezifische Module sein.

Indem Kemro X Linux-basiert und offen ist, können Kunden ganz einfach eigene Software-Bausteine und Software von Drittanbietern integrieren und so Wissen schützen und ihre Unabhängigkeit bewahren. Durch die offene Systemarchitektur können unterschiedliche Systeme genutzt werden, ohne dass der User davon was mitbekommt.

Was war der Urgedanke von Kemro X?

Gabriel: Der Kern von Kemro X ist eine offene Softwareplattform. Die Idee für diese offene Plattform, die wir heute mit einer App abbilden, entstand teilweise aus einem eigenen Pain Point heraus. KEBA benutzte in der Vergangenheit selbst verschiedene Engineering Tools, was irgendwann mit steigenden Wartungsaufwänden verbunden war. Im Laufe der Zeit und mit wachsendem Produktportfolio entstand dann auch seitens unserer Kunden der Druck, die damals in sich geschlossenen KEBA-Systeme zu vereinheitlichen.

Schritt für Schritt hat KEBA dann auf Basis der offenen Linux Plattform eine flexible Systemarchitektur geschaffen, die die geforderte Interprozesskommunikation ermöglichte. Davon profitieren nun unsere Kunden, die mit Kemro X ein System bekommen, mit dem die unterschiedlichsten Bereiche von Robotik über Regelungstechnik, Bedienterminal etc. problemlos verbunden werden können.

Christian_Gabriel

Was deckt Kemro X bereits alles ab?

Gabriel: Über die Jahre haben wir einen großen Korb an Software Units, man kann sie auch KEBA Apps nennen, entwickelt. Das ist nun der Baukasten für jegliche Automatisierung für den Maschinenbauer.

Vom Engineering Tool bis hin zum Simulations-Werkzeug: Steuerungstechnik, mobile und stationäre Bedienpanels, HMI Framework, Antriebe, Sicherheitstechnik, Motoren, IOs – also alles, was eine Maschine braucht, um in Richtung "Factory" zu gehen, ist bereits vorhanden und wird ständig weiterentwickelt.

Wodurch unterscheidet sich KEBA von der Konkurrenz?

Gabriel: Weil KEBA in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig ist, und dort für namhafte Kunden innovative Features entwickelt und umsetzt, verfügen wir über tiefgehende Erfahrung in vielen Bereichen.

Diese eigens entwickelten branchenspezifischen Technologien können dann in weiterer Folge weiterentwickelt und breiter verwendet bzw. angeboten werden.

Der Vorteil: Unsere Lösungen konnten mehr als 30 Jahre reifen und laufen auf Basis von Linux bereits seit über 10 Jahren bei unseren Kunden in Serie. Das Wissen, das in einer spezifischen Branche bereits gesammelt wurde, fließt in die Lösung für allgemeine Anwendungen mit ein.

Ein Blick in die Zukunft – wie entwickelt sich Kemro X die nächsten fünf Jahre?

Gabriel: Ein Ziel in dieser Zeit ist es, unsere Softwaremodule hardwareunabhängig zu gestalten. Weiters werden wir noch mehr einzelne Features mit technologischer Tiefe entwickeln, um eine größere Zahl an „Out-of-the-box“ Lösungen wie zum Beispiel für fahrerlose Transportsysteme (Automated Guided Vehicles – AGVs) oder Regalbediengeräte zur Verfügung stellen zu können.

Hier geht’s zum Podcast '5-Minuten-Automatisierung' auf den verschiedensten Streaming-Plattformen:
Spotify
Podcaster
Apple

It's All About Listening.
And Understanding.

KEBA's Highlights auf der SPS

Subscribe Today

Subscribe today to see how we’re making the impossible possible by solving some of the industry’s most complex problems.

Subscribe Today

Subscribe today to see how we’re making the impossible possible by solving some of the industry’s most complex problems.